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Sprache, die vereint - Ein Leitfaden für eine tiefe Bindung zwischen Eltern und Kindern.


eine mutter, die sich mit ihren kinder unterhält

Jeder Mensch will gesehen, gehört und verstanden werden.


Wenn ich an die prägenden Momente der letzten 14 Jahre als Mutter zurückdenke, dann fallen mir nicht nur die Abenteuer und Spiele ein, die wir zusammen erlebt haben. Ich denke auch an die vielen Gespräche und die Art und Weise, wie wir miteinander kommuniziert haben.

Bewegungen, Mimik, Gestik und später erste Worte - in unserer gemeinsamen Sprache, die aus gesprochener und nonverbaler Sprache, aus aufmerksamem Zuhören und Verständnis besteht, legen wir das Fundament für eine starke Verbindung. Dass das nicht immer zu 100% klappt, versteht sich wohl von selbst. Und doch gelingt es uns als Familie immer besser, einander zu verstehen. Mit viel Humor, Klarheit und Selbstreflexion versuche ich meine Kinder mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen zu sehen, ihnen zuzuhören und mich auch einmal in ihre Lage zu versetzen. Mich zu erinnern, wie es mir in ihrem Alter gegangen ist. Mein Ziel als Mutter ist es, meine Kinder beim Wachsen zu begleiten, ihre Weltanschauungen kennenzulernen, eine Beziehung in tiefer Verbundenheit zu führen und mit ihnen Spaß zu haben.


In diesem Blogartikel verrate ich Dir 5 Tipps für eine gute Familienkommunikation, die nicht nur das Band zwischen euch stärken, sondern auch einen tiefgreifenden Einfluss auf die mentale Gesundheit aller Beteiligten haben wird. Lasst uns jetzt gemeinsam entdecken, wie eine gute Kommunikation einen nachhaltigen Einfluss auf das mentale Wohlbefinden aller Familienmitglieder haben kann. Denn Worte können nicht nur Verbindungen formen, sondern auch Herzen heilen. Let´s go! 🧡


Die Essenz der Kommunikation


Im Mikrokosmos Familie sollte eine gute Kommunikation einen besonderen Stellenwert haben. Hier, im sicheren Umfeld, lernen wir uns der Welt mitzuteilen. Dabei vergessen wir manchmal, dass es sich um mehr handelt, als um ein bloßes Austauschen von Worten. Die Übertragung von Mitteilungen kann auf verschiedene Arten (verbal, nonverbal, paraverbal) und Wege (Sprechen, Schreiben, ...) erfolgen. Als Kinder und Jugendliche experimentieren wir im besten Fall mit Sprache, Gesten und natürlich auch mit Handlungen. Wir senden Botschaften in die Welt und empfangen Antworten.


Tja, wenn es denn nur so einfach wäre...


Einer groß angelegten Umfrage zufolge, geben 26% der Frauen (und 5% der Männer 😉) einer mangelnden Kommunikation die Schuld an einer Trennung. Jeder von uns kennt das Gefühl, vom Gegenüber falsch oder nicht verstanden zu werden. Und manchmal fällt es einfach auch sehr schwer, die eigenen Gedanken auszudrücken und dem anderen die eigene Meinung klar und deutlich mitzuteilen. Es erfordert oft eine beträchtliche Menge Mut, um offen darüber zu sprechen, was in einem vorgeht. Aber Übung macht bekanntlich den Meister und so können wir alle eine Art von Kommunikation erlernen, die Raum für Wertschätzung gibt und eine tiefere Verbindung zu unseren Lieben schafft.


Jeder Mensch hat seinen Lieblingskanal



Dazu ist es zuerst einmal von Bedeutung sich bewusst zu machen, dass jeder Mensch seine Liebe, Empfindungen und Gedanken auf seine Art und Weise zeigt. Bei der VAKOG Methode unterscheiden wir 5 Haupteingangskanäle für Informationen - die visuellen, auditiven, kinästhetischen, olfaktorischen und gustatorischen Typen. Sie beschreibt, wie Menschen bei der Verarbeitung von Informationen verschiedene Sinneskanäle benutzen:


Menschen, die den visuellen Kanal bevorzugen, lernen und kommunizieren gern durch visuelle Reize. Sie denken oft in Bildern und erinnern sich gut an Dinge, die sie gesehen haben.

Für auditive Personen wiederum ist das Hören von zentraler Bedeutung. Sie lernen gut durch Zuhören, sprechen häufig über Klänge und haben eine gute auditive Erinnerung.

Kinästhetische Menschen bevorzugen das Erleben und Fühlen. Sie lernen am besten durch praktisches Tun, Berühren und erleben die Welt durch ihre Gefühle und Empfindungen.

Olfaktorische, beziehungsweise gustatorische Personen haben eine starke Verbindung zum Geruchssinn oder Geschmackssinn.


Frag Dich in einem ersten Schritt mal, welcher der 5 Typen du selber bist. 🤔 Natürlich gibt es auch Mischformen, aber meistens tendieren wir doch dazu, am liebsten über einen Kanal zu kommunizieren. Dann denk an dein Kind - liebt es Umarmungen, liebevolle Briefe oder freut es sich am meisten über ein motivierendes Wort? Und genauso unterschiedlich wie wir alle aussehen, genauso verschieden sind auch unsere Vorlieben, wenn es um die Art und Weise geht, unsere Liebe zu zeigen und sie zu empfangen. Zu verstehen, dass es total in Ordnung ist, dass mein Gegenüber einen anderen Lieblingskanal als ich haben kann und wir uns trotzdem lieben können, ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer tiefen Bindung. Mit diesem Bewusstsein ist es uns viel eher möglich, den anderen so zu erreichen, wie er es am besten annehmen kann.


Beispiel: Meinungsverschiedenheiten in der Familie sind wichtig und unumgänglich. Ein konstruktiver Umgang mit ihnen kann den Boden für späteres Konfliktverhalten bereiten. Wenn dein Kind nach einem Streit auf Dein verbales Versöhnungsangebot mit Ablehnung reagiert, kannst Du versuchen, es über einen anderen Weg zu erreichen. Du kannst einen Brief schreiben, oder etwas zeichnen. Ihm etwas Leckeres kochen, es zart an der Schulter streicheln oder umarmen. Wenn sich die emotionalen Wogen schließlich geglättet haben und Du wieder "Zugang" zu Deinem kleinen Gesprächspartner hast, kannst Du in Ruhe alles klären, was im Vorfeld zu Missverständnissen und dem Streit geführt hat.



Was sagst Du da?!


Kränkelt die Kommunikation in der Familie, kann das für alle Beiteiligten sehr belastend sein und zu psychischen Problemen führen, die bis ins Erwachsenenalter bestehen können. Schulwechsel, Beziehungsende, Umweltkrisen - besonders in der Pubertät fühlen sich Jugendliche oftmals zu wenig beachtet, mit ihren Sorgen und Ängsten von den Erwachsenen nicht genug wahrgenommen. In einer deutschlandweiten Studie der Universität Frankfurt bezweifelt die Hälfte der zwischen 15 und 30 Jahre alten Befragten, dass ihre Sorgen gehört werden. Kaum verwunderlich, dass die Zahl der jungen Erwachsenen, die unter Depressionen, Angststörungen und Zwangserkrankungen leiden, rasant steigt. Ist doch oft kaum mehr Zeit für gemeinsame Rituale, wie Frühstück, Abendessen, Spaziergänge oder Gute - Nacht - Gespräche...



Leitfaden für ein entspanntes Familienleben:


In diesem Leitfaden zeige ich Dir 5 praktische Wege, wie Ihr als Familie in ruhiger Atmosphäre kommunizieren könnt, um eine liebevolle und vertrauensvolle Umgebung zu schaffen. Wichtig dabei - dranbleiben! Der Weg zum Erfolg ist oft steinig, doch sind es oft gerade die kleinen Schritte, die uns den Zielen näher bringen!


  • Klartext: Du kannst Missverständnisse vermeiden, indem du deine Gedanken klar und respektvoll ausdrückst. Achte darauf, keine Vorwürfe zu machen, sondern verwende "Ich"-Botschaften, um deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren. Konzentriere dich dafür auf deine eigenen Empfindungen, anstatt dem anderen Vorwürfe zu machen. Beginne deine Aussagen mit "Ich fühle mich..." gefolgt von der konkreten Emotion und erkläre dann, welches Verhalten oder Ereignis dazu beigetragen hat. Eine positive und respektvolle Ausdrucksweise schafft eine offene Atmosphäre für konstruktive Gespräche. 🤗


  • Aktiv zuhören: Um einander wirklich verstehen können, ist aktives Zuhören unumgänglich. Nimm dir bewusst Zeit für Gespräche und zeige ehrliches Interesse an den Aussagen der Familienmitglieder. Vielleicht findest du es anfangs schwierig, dich zurückzuhalten, die Ruhe zu bewahren. Mit ein wenig Übung gelingt es dir bestimmt bald, deinen Gesprächspartner erzählen zu lassen und einfach zuzuhören. Durch Blickkontakt und gezielte Fragen stellst du sicher, dass du die Botschaft richtig verstanden hast. Dadurch kommst du besser zum Kern des Anliegens deines Gegenübers und baust sehr schnell Vertrauen auf. Durch aktives Zuhören förderst du nicht nur das Verständnis, sondern stärkst auch das Gefühl, gehört zu werden.


Virginia Satir (1916 - 1988), eine US - amerikanische Pionierin auf dem Gebiet der Familientherapie, bringt es mit folgendem Zitat auf den Punkt: "Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung."


Du kannst dir diesen Satz 👇 gerne groß aufschreiben oder downloaden, ausdrucken und aufhängen, so dass alle Familienmitglieder ihn sehen können.




  • Der Ton macht die Musik: Emotionen sind ein natürlicher Teil der Kommunikation. Ermutige Familienmitglieder dazu, ihre Gefühle so auszudrücken, dass sie das Gegenüber auch annehmen kann. Schließlich geht es darum, dem anderen in seinem Modell der Welt zu begegnen und dennoch die eigene Sichtweise zu vertreten. Dass es da auch mal lauter werden kann, ist einleuchtend. Etabliert am besten gemeinsam Regeln für konstruktive Konfliktlösungen, wie zum Beispiel das Vermeiden von Schuldzuweisungen, und sucht gemeinsam nach Lösungen. Ein offener Umgang mit Emotionen schafft hier ein unterstützendes Umfeld und ermöglicht es, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: In der Kunst der Kommunikation ist das Respektieren persönlicher Grenzen von entscheidender Bedeutung. Die Anerkennung der individuellen Bedürfnisse und das Erkennen des richtigen Zeitpunkts für ein Gespräch sind Schlüsselkomponenten für eine gesunde Interaktion. Es ist wichtig, die Signale der Gesprächspartner zu beachten und zu verstehen, wann eine Pause oder Rückzug notwendig ist, um eine Atmosphäre des Respekts und der Offenheit aufrechtzuerhalten. Der richtige Zeitpunkt schafft nicht nur Raum für persönliche Reflexion, sondern ermöglicht auch ein gelungenes Gespräch, das auf Verständnis und Wertschätzung basiert.

  • Gemeinsame Zeit bewusst gestalten: In der hektischen Alltagsroutine kann die Zeit für gemeinsame Aktivitäten leicht übersehen werden. Plant bewusst Momente für gemeinsame Unternehmungen ein, sei es ein gemeinsames Abendessen, ein Spieleabend am Wochenende oder abendliche Spaziergänge. Diese gemeinsamen Erlebnisse fördern nicht nur die Kommunikation, sondern stärken auch die familiäre Bindung und machen obendrein noch Spaß!



Mein persönlicher Zugang



Rein technisch gesehen ist Kommunikation der Austausch von Informationen zwischen einem Sender und einem Empfänger. Dieser Austausch erfolgt durch verschiedene Mittel und Kanäle, darunter Sprache, Schrift, Zeichen, Signale oder technologische Plattformen. In einem grundlegenden Modell umfasst die Kommunikation einen Sender, der eine Nachricht kodiert, einen Übertragungskanal, über den die Nachricht übermittelt wird, und einen Empfänger, der die Nachricht dekodiert. Einfach, oder? 🙈


Nicht nur als Mutter und Partnerin, auch als Therapeutin und Trainerin ist es für mich essentiell, klar und effizient zu kommunizieren, um meine Botschaften gut zu transportieren.

Dabei ist nicht nur die Verbindung zu meinen Mitmenschen für mich von enormer Bedeutung, sondern auch die Kommunikation mit mir selber und in mich hinein. Wahrzunehmen, wie ich mich fühle und mir meiner Emotionen bewusst zu werden, ist für mich ein erster Schritt zu einem gelungenen Dialog mit anderen.

So bitte ich gern mal meinen "Quatschi" aka "inneren Kritiker", die Luft anzuhalten, aktiv zuzuhören und freundlich mit mir zu sprechen, weil ich mittlerweile wirklich keinen Bock mehr auf negative Selbstgespräche habe. (Ich habe darüber schon im Blog Artikel "Worte als Medizin - wie du mit Selbsthypnose mehr Gesundheit und Glück in dein Leben bringst." ausführlicher geschrieben 😉)


Ich sehe in meiner Arbeit immer wieder, wie Menschen, die sich lieben, leiden, weil sie sich nicht verstanden fühlen, sich nicht verständigen können. Wenn wir eine tiefe Verbindung voller Wertschätzung und Vertrauen zu unseren Sprößligen aufbauen wollen, dürfen wir ihm durch Zurückhaltung und aktives Zuhören das Gefühl geben, richtig wahrgenommen zu werden. Vergiss auch nicht: es braucht manchmal sehr viel Mut, sich mit seinen Sorgen und Problemen jemandem anzuvertrauen. Mit gut gemeinten Ratschlägen oder Schuldzuweiseungen ist das zarte "Pflänzchen" Vertrauen schnell geknickt. Indem wir genau hinsehen und uns trauen nachzufragen, kommen wir am besten an die Gedanken unseres Gegenübers. Und auch wenn die Antwort nicht immer sofort kommt, in einem Umfeld, in dem sich das Familienmitglied geliebt und verstanden fühlt, wird die Reaktion auf die Frage nicht lange warten lassen. Und vielleicht kommt sie auch in einer ganz anderen Gestalt daher: als Brief, als liebevoll gekochtes Essen, als Metapher oder Bild.


Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass euch dieser Beitrag hilft, diejenigen zu verstehen, die euch am nächsten stehen. Unausgesprochene Erwartungen und Missverständnisse können zu Spannungen führen, die sich oft über mehrere Generationen fortsetzen. Zu erkennen, dass jeder Mensch einzigartig ist und seine persönlichen Vorlieben hat, kann der erste Schritt zu einer gesunden Familienkommunikation sein.


Also: red´s miteinander, ihr Lieben! Bis bald und alles Liebe, eure Karin ✌






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