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"Ich bin nicht perfekt - und das ist gut so!"




Als ich im Herbst eine Fortbildung bei der Trainerin Gabriele Backhaus absolvierte, lernte ich viele spannende und wertvolle Übungen kennen. Eine Sache hat mich neben den ganzen Kursinhalten aber besonders beeindruckt und das waren ihre "10 Powersätze". Diese Sätze - du kannst sie am Ende des Artikels downloaden - sind von absoluter Einfachheit und haben dennoch eine unglaubliche Wirkung.


"Ich bin nicht perfekt - und das ist gut so!" hat mich so richtig schön unerwartet erwischt. Zack! Mitten rein ins Herz, gerade so tief, dass ich dieses Ritual noch sauber beenden konnte. Mit Tränen in den Augen hab ich mich dann schon gefragt, warum mir dieser banale Satz so nahe geht. Ok, ich kenne natürlich meine Tendenzen zum Streben nach Perfektion im Beruf. Immerhin ist ein Motto von mir: "Geht nicht, gibt es nicht." und über komplizierte Diagnosen oder Symptome grüble ich auch zu Hause nach, um Menschen zu helfen, wo andere schon nicht mehr weiterwissen. Aber dass mir dieser Satz dann doch so nahe geht, hat mich zum Nachdenken gebracht. Die Tatsache, dass ich teilweise sehr streng mit mir umgehe, ist mir da so richtig bewusst geworden. Grund genug, mich einmal mit dem Thema Perfektionismus auseinanderzusetzen und seine Auswirkungen zu beleuchten.


Jeder kennt sie: die Menschen, denen "gut" niemals "gut genug" ist. Die nach makelloser Leistung streben und den Drang haben, alles perfekt machen zu wollen. Doch während Perfektionismus oft als positive Eigenschaft angesehen wird, hat er auch seine Schattenseiten. In diesem Blogbeitrag will ich genauer darauf eingehen, was Perfektionismus ist, wie er sich äußert und welche Auswirkungen er auf unser Leben haben kann.


Perfektionismus ist eine Denkweise, die den Wunsch nach Vollkommenheit und Exzellenz beinhaltet. Perfektionisten haben oft hohe Erwartungen an sich selbst und andere, und sie neigen auch gern dazu, Fehler oder Unvollständigkeiten als inakzeptabel zu betrachten. So kann er in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens auftreten, wie etwa in der Arbeit, der Schule, in der Partnerschaft oder bei Freizeitaktivitäten. Eine häufige Begleiterscheinung ist allerdings, dass wir uns dabei selbst zu hart kritisieren, ständig unter Druck setzen und schließlich ausgebrannt oder deprimiert fühlen.


Das Gefühl, nur dann "gut genug" zu sein, wenn man das makellose Maximum aus seiner Tätigkeit herausgeholt hat und alle rundherum satt, glücklich, bespaßt, sauber, zufrieden und gesund sind, ist auf Dauer jedoch ein Sabotageakt an uns selbst und kann wirklich frustrierend sein. Ja, wir Menschen machen Fehler, haben Schwächen und sind meist nicht in der Lage, in allen Aspekten unseres Lebens perfekt zu sein. Vielleicht Grund genug zu akzeptieren, dass Fehler und Unvollkommenheit Teil unserer menschlichen Natur sind und uns als Individuen ausmachen. Jeder von uns ist auf seine ganz persönliche Weise einzigartig und nicht, weil er das sauberste Haus, die meisten Überstunden oder den schönsten Garten hat. Seien wir doch stolz darauf, so zu sein, wie wir sind. Eigentlich sollten wir nicht unsere härtesten Kritiker, sondern unsere besten Freunde sein! Und mit denen sprechen wir ja auch nicht so barsch, wie wir das teilweise mit uns selbst tun, oder?


8 Übungen, wie du deine Ziele gelassener umsetzen kannst:


  1. Die "gut genug" Übung: Hier geht es darum bewusst anzuerkennen, dass etwas "gut genug" ist, anstatt perfekt zu sein und dass du trotzdem stolz auf das sein kannst, was du erreicht hast. Erkenne den Wert von jedem Fortschritt und jeder Verbesserung an, anstatt permanent die 100% Marke anzustreben. Feiere jeden kleinen Erfolg, der dich deinem Ziel einen Schritt näher bringt.

  2. Ist dir schon mal aufgefallen, dass aus dem Wort FEHLER --> HELFER wird, wenn du die Buchstaben vertauschst? Vielleicht kannst du ja deine Einstellung zu Fehlern verändern und sie als Lernerfahrung betrachten? Anstatt dich selbst ständig zu kritisieren, reflektiere doch mal darüber, was du daraus lernen kannst und wie du dich verbessern kannst. Erlaube dir selbst, menschlich zu sein und Fehler zu machen.

  3. Die 80/20-Regel: Diese Regel besagt, dass in vielen Fällen 80% des Ergebnisses mit 20% des Aufwands erreicht werden können. Das bedeutet, dass man für ein 100%iges Ergebnis ca. den fünffachen Aufwand hat, wie für ein 80%iges. Daher ist es oft effektiver, mit 20% Einsatz einen guten Kompromiss zu schaffen, anstatt mit weit größerem Einsatz das 100% - Ergebnis anzustreben . Versuche also, dich auf die wesentlichen Aufgaben und Ergebnisse zu konzentrieren und akzeptiere, dass nicht alles bis ins kleinste Detail perfekt sein muss. Konzentriere dich auf das, was wirklich wichtig ist und setze Prioritäten auf deiner To - do - Liste.

  4. Überwinde die Angst vor Kritik: Perfektionisten haben oft Angst vor Kritik oder negativem Feedback. Darum setz dich einmal mit deiner Angst auseinander und schau genau hin, WAS dahinter steckt. Sei es der Wunsch, von jedem gemocht zu werden, mehr Anerkennung von geliebten Personen oder die Angst vor Getratsche: denk immer daran, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, der fehlerfrei ist. Wenn du es schaffst, konstruktives Feedback anzunehmen, schaffst du dadurch eine Atmosphäre, die persönliches Wachstum erlaubt und deine Entwicklung fördern kann.

  5. Setze dir realistische Erwartungen an dich selbst und andere. Akzeptiere, dass niemand perfekt ist und dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen. Sei ruhig ein bisschen nachsichtiger dir gegenüber und begegne anderen Menschen mit Mitgefühl und Verständnis.

  6. Übe, Dinge loszulassen und nicht übermäßig an ihnen festzuhalten. Sieh es als Lernaufgabe, Aufgaben oder Projekte als abgeschlossen zu betrachten, auch wenn du nicht zu 100% zufrieden bist (sondern nur zu 95% ;-). So kannst du dich von unnötigem Druck befreien und deine Ziele gelassener verfolgen.

  7. Nimm dir regelmäßig Zeit für eine Selbstreflexion und frage dich, warum du nach Perfektion strebst und welche Auswirkungen es auf dein Leben hat. Identifiziere mögliche Glaubenssätze oder Überzeugungen, die deinen Perfektionismus fördern, und versuche, sie zu hinterfragen und anzupassen.

  8. Kultiviere Achtsamkeit im Umgang mit deinen eigenen Gedanken, Worten und Gefühlen, denn sie bestimmen unsere Realität. Worte haben bereits eine Auswirkung auf uns, wenn wir sie nur kurz hören, lesen oder sie uns vorstellen. Und was einmal Eingang in unser Gehirn geschafft hat, formt wiederum unsere zukünftige Wahrnehmung und damit unsere tägliche Wirklichkeit.


Natürlich hat das Streben nach Exzellenz auch seine Vorzüge. So können eine hohe Leistungsbereitschaft, Sorgfalt und Präzision als wertvolle Aspekte genannt werden, die mit Perfektionismus verbunden sein können. Auch ein hohes Qualitätsbewusstsein, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit gehören zu seinen positiven Seiten, die uns befähigen können, unsere Vorhaben optimal in die Tat umzusetzen.


Wie so oft scheint es der goldene Mittelweg zu sein, der uns zufrieden und gelassen durch den Alltag bringt. Und ich freue mich jeden Tag auf einen entspannenden Waldspaziergang mit meiner Hündin Chili - auch wenn der Rasen noch nicht gemäht oder die Wäsche noch nicht gemacht ist. Wie heißt es so schön: "Nobody is perfekt"


Wenn du magst, kannst du dir hier die 10 Powersätze ansehen oder downloaden. Sie werden jeweils mit bestimmten Bewegungen, beziehungsweise Gesten ausgeführt. Häng sie an den Kühlschrank, ins Büro, ins Klassenzimmer oder zum Morgenritual ins Bad und spüre die Kraft, die sie dir bringen werden.



Kathi´s Edition



10 Powersätze Kathi
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10 Powersätze Kali
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